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Überführung der Soulshine nach Griechenland - Schwierigkeiten am 1. Tag

Wir haben zum 1.4.23 den Liegeplatz in der Marina Gouvia auf Korfu gebucht und den Liegeplatz in Kroatien zum 31.3.23 gekündigt.


Der Plan war ab 20.3. ein passendes Wetterfenster abzupassen und das Schiff zusammen mit unserem Freund Rainer nach Korfu zu überführen. Der Zeitraum vom 20.3. bis zum Ende der Woche schien ideal zu sein, wie der Wetterbericht uns weißgemacht hat.

Am Tag vor der Abfahrt - also am 19.3. - war sich Windy und Windfinder nicht mehr so ganz sicher und haben ihre Vorhersage von komplett windstill, sonnig, warm und ohne Wellen auf Regen, mäßigem Wind und einer halben Meter Welle geändert.

Wir dachten, das wäre zwar nicht ideal, aber auch nicht schlimm. Also sind wir um 8:00 Uhr morgens ohne Regen aber mit leichtem Wind und leichter Welle gestartet.

Leider nahmen der Wind und die Welle kräftig zu. Nach zwei Stunden der geplanten 10 Stunden Fahrt wurde es schon ganz schön ruppig. Innen flogen die nicht befestigten Gegenstände durchs Schiff. Wir werden es wohl nie lernen auch bei angesagter ruhiger See alles sicher zu verstauen. Die Welle kam direkt von vorn und das Salzwasser ging ständig übers Deck. Es wurde immer heftiger! Die Welle war deutlich höher als die vorhergesagten 60 bis 70 cm im Durchschnitt. Zu allem Ungemach wurde auch noch ein Fenster in der Bug-Kabine undicht und ließ jede Menge Salzwasser hinein. Mehrere Handtücher wurden durchtränkt und haben Schlimmeres verhindert. Wenn es trocken ist, muss ich das Fenster morgen notdürftig abdichten.

Dann hat sich auch noch das Beiboot aus seiner Befestigung gelöst und drohte ganz abzurutschen. Ich konnte es mit einer der beiden Sicherungsleinen sichern und so hing das Beiboot auf einer Backe auf dem bockenden Heck der Soulshine. Das wäre keine längere Zeit gutgegangen. Also haben wir den Kurs ein wenig geändert und haben eine geschützte Bucht auf der Inselgruppe Sv. Klement gegenüber Hvar angesteuert.


Nach einer weiteren Stunde mit viel Unsicherheit, ob das Beiboot hält, haben wir die Bucht erreicht und konnten dort in ruhigem Wasser das Beiboot wieder sichern.


Nach 15 Minuten konnten wir die Bucht wieder verlassen und die nächste Hälfte der geplanten Tour angehen. Es waren noch weitere viereinhalb Stunden Fahrt, bis wir unser Ziel Lastovo erreichen würden.

Kerstin wurde es gleich nach dem Start aufgrund der hohen Wellen richtig schlecht. Die Seekrankheit hat sie fest im Griff. Sie beschließt erst einmal ins Bett zu gehen und so das Gröbste zu überstehen.

Nach drei weiteren Seemeilen wurde die Welle immer heftiger und die Schläge, die durch das Schiff gingen, rüttelten alles durch. Als unsere Leinenkiste vom Oberdeck auf unser unteres Deck kracht, unser Ersatzanker verrutscht und nun jede Welle in die der Bug taucht, einen großen Wasserschwall über das Vordeck gießt, beschließen wir die Überfahrt an dieser Stelle abzubrechen.


Es hat keinen Zweck die Fahrt zu erzwingen und womöglich einen größeren Schaden zu riskieren. Wir fahren, nun zusätzlich von hinten mit der anrollenden Welle angetrieben, zurück in die sichere Bucht. Wenn die Welle immer von hinten käme, hätten wir kein Problem. Die Wellen haben nun eine Höhe von mehr als einen Meter im Durchschnitt. 😊

In der Bucht machen wir an einer Boje fest, räumen das Chaos auf, erholen uns und verbringen eine mehr oder weniger ruhige Nacht mit wenig Welle.


Am nächsten Tag wollen wir dann ganz entspannt die Fahrt nach Lastovo fortsetzen.

Ob das gelingt?


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2 Comments

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Kerstin Wilkens
Kerstin Wilkens
Mar 24, 2023

Bei einer Wellenhöhe unter 0,5 m geht's mir gut. 😊Glücklicherweise hat das Wetter ein Einsehen mit mir und alles ist gut. Ein völlig anderes Gefühl so unterwegs zu sein!

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Wie gut, dass ihr euch für die sichere Variante entschieden habt. Kerstin, geht es dir heute wieder besser?

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