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Es ist Anfang Oktober und heute Abend sitze ich hier zum ersten Mal mit langer Hose und Strickjacke. Es wird kühler! Auch morgens ist es noch ganz schön frisch, das ändert sich allerdings sehr schnell, wenn die Sonne rauskommt. Dann ist wieder Hochsommer, bis sie wieder untergeht. 🌞

Schwimmen können wir auch noch sehr gut, das Wasser erfrischt uns wieder und ist nicht wie im Sommer fast so warm wie die Luft.


Bei den Bootsvercharterern ist deutlich weniger los. Es werden jetzt weniger Gäste auf den Mietbooten. Es ist nicht mehr ganz so viel Trubel auf den Charter-Stegen wie im Hochsommer, obwohl jetzt eigentlich eine Superzeit zum Bootfahren ist. Leere Buchten und Restaurants, Luft- und Wassertemperaturen sehr angenehm, nicht so viel los überall und die Preise gehen runter. Im Oktober ist definitiv noch eine sehr schöne Zeit für einen Urlaub auf Korfu.


Eine häufig gestellte Frage ist jetzt in Geschäften und Restaurants wie lange sie noch geöffnet haben. Viele machen Ende des Monats zu - ich bin gespannt auf November.


Unsere persönliche Nachsaison hat auch angefangen. Wir hatten von Juni bis September viel Besuch, jetzt fängt die Zeit zu zweit wieder an. Allerdings kennen wir hier inzwischen genug Leute, die auch komplett auf Korfu leben, dass wir wohl nicht vereinsamen werden.



Unsere Gruppe "digitale Nomaden auf Korfu" ist uns eine liebgewordene Gemeinschaft geworden. Wir treffen uns mittwochs nachmittags einigermaßen regelmäßig und inzwischen auch immer öfter am Wochenende. Wir sind eine buntgemischte Gruppe aus meistens 5 Leuten verschiedener Nationalitäten. An manchen Mittwochnachmittagen kommen auch andere Menschen dazu. Ich finde es sehr interessant welch unterschiedliche Lebens- und Arbeitskonzepte es gibt.


Nachsaison bedeutet auch: aufräumen und putzen, ausmisten, reparieren, mehr Zeit im Hafen und weniger unterwegs auf dem Meer. Es heißt aber noch lange nicht Winter (hoffen wir zumindest). Wir haben uns noch einige schöne Touren vorgenommen und hoffen auch noch lange schwimmen gehen zu können. Angeblich ist das auch im Dezember noch möglich - mal sehen.






Einige Anschaffungen stehen an, so wird z.B. eine sogenannte "Kuchenbude" auf unser Deck gebaut. Das bedeutet, dass unser Dach Seitenteile wie bei einem Zelt bekommt, mit Fenstern und Reißversschlüssen, um uns gegen Wind und Regen zu schützen. Denn der wird kommen. Korfu ist eine sehr grüne Insel - irgendwann muss es ja auch mal regnen.





Nachsaison bedeutet auch, dass wir jetzt morgens zu "normalen" Zeiten Sport machen können, ohne dass die Hitze es unterbindet. Keine Ausreden mehr! Ich gehe laufen oder fahre mit dem SUP, Thorsten sportelt auf dem Deck zur Freude der Frühaufsteher um uns herum.




Nachts brauchen wir jetzt wieder eine leichte Decke und können besser schlafen, weil es kühler ist, auch die Mücken werden seltener. Wenn wir fragen, wird uns gesagt, dass Januar und Februar die kältesten und nassesten Monate sind. Mal sehen, wie wir das so finden und ob wir dann "fliehen" müssen. Oder mal ins Hotel. Oder in den deutschen Winter. Oder in die Berge in den Schnee. Es gibt so viele Optionen.

Für einen deutschen Foto-Workshop soll ich jetzt Herbstmotive fotografieren. Gemeint sind fallende Blätter, Herbstblumen, Heißgetränke, Kerzenlicht ... Das wird mir schwerfallen. Hier fängt gerade die Bougainvillea nochmal an zu blühen, der Oleander steht in voller Blüte und von Herbstlaub keine Spur! Heißgetränke und Kerzenlicht gehen schon eher, wenn Cappuccino auch zählt. Oder kühler Weißwein mit Windlichtern?? 📷


Wir genießen jetzt diese neue Jahreszeit und sind gespannt, wie uns dieser Teil des Jahres gefällt.






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Diese Ausrufe veranlassen uns sofort alles, was auf dem Tisch steht, an dem wir bestenfalls sitzen, festzuhalten, damit es nicht herunterrutscht. Oder schnell noch Dinge zu sichern, die auf der Arbeitsplatte in der Küche sind.

Wir leben auf einem Trawler, einer Bauart, die während der Fahrt keine Schräglage einnimmt wie ein Segelboot unter Wind. Daher gibt es bei uns keine Kanten an den Tischen damit nichts herunterrutschen kann. Auch wenn es wellig ist, bleibt normalerweise alles an Ort und Stelle. Normalerweise ....

Wenn wir unterwegs sind, räumen wir alles so auf, dass auch bei seitlichen Wellen nichts von Tischen oder Arbeitsplatten fallen kann. In einer Bucht ist das natürlich anders. Da steht Kaffee auf dem Tisch oder abends der Wein. Es gibt Teller, Kerzen, Gewürze - Dinge des täglichen Lebens halt. Und wenn dann unvermutet eine seitliche Welle uns erwischt, weil ein großes Boot vorbeigefahren ist, dann findet man sich unvermittelt auf einem schwankenden Schiff wieder auf dem alles ins Rutschen gerät. Man sitzt dann sehr breitbeinig auf dem Stuhl und versucht selbst nicht zu fallen und hält gleichzeitig alles auf dem Tisch fest.



Das sieht bestimmt sehr lustig aus - leider konnte ich das natürlich noch nicht fotografieren.

Nicht immer gelingt es uns alles festzuhalten und so ist schon das ein oder andere Glas zu Bruch oder über Bord gegangen.

Und so wie Wellen durch andere Boote nicht zu vermeiden sind, gibt es auch die Wellen, die durch den Wind und die Strömung verursacht werden. In unseren diversen Wetterapps beobachten wir sowieso immer (außer wir sind im Hafen) das Wetter. Für Bootsfahrer ist es außerordentlich wichtig sich über die Wetterverhältnisse auf dem Laufenden zu halten.


Kommt Wind, wieviel, aus welcher Richtung?

Kommt Regen?

Was machen die Wellen? Für mich während der Fahrten wichtig, weil mir ja leider immer mal davon schlecht wird :-(

Sonnenschein ist eher was für die Seele, aber wird natürlich immer mitbetrachtet.


Wir ändern unsere Routenplanung je nach Wettervorhersage. Wenn in den nächsten Ankerplatz, den wir anpeilen der Wind pustet, bringt er Wellen mit und es wird schaukelig. Das ist nicht nur ungemütlich, sondern kann auch dazu führen, dass sich der Anker löst.

Also gilt es das zu vermeiden. Die Planung wird entsprechend angepasst. So kann man eigentlich nie ganz sicher sagen, wo die Reise hin geht. Oft passt es, aber wir müssen auch immer wieder das Ziel ändern, oder einen Hafen anlaufen, wenn das Wetter auf dem Meer zu wild wird.


Das kann dazu führen, dass man schöne neue Orte kennenlernt, die man eigentlich

gar nicht in Erwägung gezogen hat.


Und manchmal entwickelt sich alles ganz wunderbar und alle Pläne gehen auf. Aber wissen kann man das nie. Da heißt es flexibel bleiben und sich einlassen können auf Neues. Das können wir ja glücklicherweise.





Zurzeit liegen wir seit 5 Tagen am selben Platz, das Wetter ist stabil, das Wasser herrlich, der Sternenhimmel unbeschreiblich, Freunde sind mit ihrem Boot nachgekommen, ansonsten gibt es hier wenig andere Boote und wir haben gar keine Lust irgendetwas zu ändern. Bei Landbesuchen können wir spazieren gehen und es gibt einen Supermarkt, schöne Tavernen und Restaurants. Wir sind also bestens versorgt und fühlen uns rundum wohl. Nächste Woche ist wieder mal Besuch an Bord, da werden wir uns wieder mehr bewegen. So hat alles seine Zeit.



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Aktualisiert: 8. Aug. 2023


In den ersten Wochen auf Korfu haben wir festgestellt, dass unsere Entscheidung unser Wohnmobil hier unten als Auto zu benutzen eine falsche Entscheidung war. Die Straßen hier sind so eng und auch voller Schlaglöcher, dass Wohnmobilfahren nicht die optimale Lösung ist. Inzwischen ist die Prämisse: je kleiner, je besser.

Also haben wir im April beschlossen einen Kleinwagen anzuschaffen, der etwas höher gelegt ist (wegen der Schlaglöcher) und von unten irgendwie geschützt sein soll (wegen Steinschlag auf den Straßen).

Es gibt hier unerwarteterweise einige Autohäuser, sodass wir uns auf den Weg machen konnten, um unser Auto zu suchen.

Nach Beratungen zwischen uns zum Thema Optik (ich) und Technik (Thorsten) entschieden wir uns sehr spontan für einen KIA stonic. Er konnte im Autohaus besichtigt werden und entsprach unseren Anforderungen.


Wir hatten beide jahrelang keinen Kleinwagen mehr gekauft, da wir oft weite Strecken fahren mussten und der Langstrecken-Komfort doch deutlich wichtiger war. Aber auch das Auto wird unseren neuen Bedürfnissen angepasst und der kleine KIA ist genau richtig.


Im Autohaus unserer Wahl war ein junger Verkäufer, der sein Fach verstand. Er beriet uns zu Auto und Ablauf. Dass das Auto ein Firmenwagen ist, hat er verstanden und wusste auch, was da zu beachten wäre. Auch die Anmeldung und die Versicherung würde vom Autohaus übernommen, wir bräuchten uns um nichts zu kümmern. „Wir brauchen auch noch eine Anhängerkupplung“, auch diese Anforderung war „gar kein Problem“. Ein super Service!!

Die Antwort auf unsere Frage, ob irgendein Stonic zur Verfügung stände, war JA in blau und weiß. Sie waren nicht direkt verfügbar, aber auf dem Weg nach Griechenland auf dem Autotransporter.

Wir entschieden uns für blau, weil gefühlt alle Autos hier weiß oder silbern sind. Alle anderen Merkmale waren unwichtig – Hauptsache lieferbar!

Also bestellten wir in der 2. Aprilwoche unser neues Auto, das am 10. Mai geliefert werden sollte. Plus minus 2 Tage nach Aussage des Verkäufers.

Ihr ahnt es sicher schon – nichts lief wie vereinbart.

Anfang Mai riefen wir den netten jungen Mann an. „Wer sind Sie? Welches Auto? Moment, ich schaue nach ……….. Das ist noch auf dem Schiff. Es verzögert sich ein wenig. Soll aber Ende des Monats kommen, Liefertermin in Korfu ist der 26.5.“

Ende Mai riefen wir den netten jungen Mann an. „Wer sind Sie? Welches Auto? Moment, ich schaue nach ……….. Das ist noch in Athen beim Zoll, soll jetzt importiert werden. Wird in1 Woche kommen.“

In der ersten Juniwoche riefen wir den netten jungen Mann an. „Wer sind Sie? Welches Auto? Moment, ich schaue nach ……….. Das ist noch in Athen, irgendwas ist mit dem Zoll. Soll aber Mitte des Monats kommen.“

….

Ich weiß nicht, wie oft wir angerufen haben – zuletzt sogar täglich. Nie wusste er, wer wir waren und um was es sich handelt. Es gab jede Menge Gründe, warum das Auto noch nicht da ist.

Dann endlich die Aussage:“ das Auto kommt Morgen, oder Mittwoch – ich rufe Sie dann an“. Wow – aber kein Anruf bis Donnerstag.


Dann war es endlich so weit, mittlerweile war es der 30.6!!! Unser Auto war beim Händler angekommen – HURRA. Aber wer glaubt, dass jetzt ja nur schnell die Nummernschilder angebracht und die Versicherung unterschrieben werden musste, ist naiv.

„Morgen gehe ich und melde das Auto an und mache die Schilder dran“

„Welche Versicherung braucht ihr denn?“

„Ach so – Firmenwagen ….?!?!?“

Irgendwann dann die Aussage, dass das Auto Montag um 10.30 Uhr abholbereit wäre. Montag um 11.00 Uhr habe ich angerufen und nachgefragt, weil ich ja nicht umsonst hinfahren wollte. „Wir warten schon, ich hatte doch 10.30 gesagt“. Aha… Ich fragte, ob mit der Versicherung alles funktioniert habe. Daraufhin meinte er, dass er da noch 5 – 10 Minuten bräuchte. Soso … Ich bin ca. 1 Stunde später mal hingefahren.

Unser Auto stand mit Nummernschildern vor der Tür des Autohauses. Unglaublich – nur 8 Wochen später als geplant – HURRA! Ich bin also freudestrahlend in den Verkaufsraum gegangen, um Schlüssel und Papiere zu übernehmen. Versicherung? Fehlanzeige! Warum bin ich dann hier?

„Sie können damit fahren – aber lieber nur bis zum Hafen. In 1 Stunde ist die Versicherung fertig!“ Ach so, warum bin ich nicht 1 Stunde später gekommen? Ich hatte eigentlich vor mit dem Auto direkt ein paar Besorgungen zu machen. Ja, dann würde er mal sehen, was sich machen ließe…

45 Minuten später habe ich das Autohaus verlassen. Völlig genervt und auch nur mit einer Basisversicherung – warum auch immer. Immerhin konnte ich das Auto jetzt benutzen. Unnötig zu erwähnen, dass nur ein Schlückchen Benzin drin war und alle Plastikschutzfolien noch nicht entfernt. Die versprochenen zusätzlichen Matten waren reingelegt, aber nicht befestigt. Puh!


Die angeforderte Versicherung kam auch nach Nachfragen nicht. Irgendwann ist Thorsten dann mit „männlich lautem Gehabe“ dort aufgetaucht und hat auf den Tisch gehauen. Dann wurde er an eine Versicherungsdame verwiesen, die tatsächlich nur „um die Ecke“ saß. Sie versicherte Thorsten, dass unser netter Verkäufer sie noch nicht wegen der Versicherung angesprochen habe. Diese Dame hat sich dann in einem für uns normalem Rahmen unseres Problems angenommen.

Aber nicht ohne griechische Attitüde. Nun brauchte die Versicherung Fotos vom Auto – hatte es nicht vor 1 Woche noch vor der Tür gestanden? Aber nicht nur Fotos, sondern mit einem Datumsbeweis. Dazu sollte eine Tageszeitung dienen – wie bei einem Entführungsfall 😉. Also schnell mal eine Zeitung kaufen und Fotos gemacht. Ihr glaubt es vielleicht nicht, aber auf Korfu bekommt man nicht so einfach eine Tageszeitung. Auch eine Einheimische, die mehrere Kioske anfuhr, konnte uns nicht helfen. Darauf angesprochen, sagte die Versicherungsdame, dass sie um das Problem wüsste. Ach ja?? Warum dann die Anweisung auf jedem Bild die Tageszeitung mit abzubilden? Wir könnten auch einen Einkaufsbon nehmen.

Was soll ich sagen? Natürlich war ich dann einkaufen und habe Fotos mit Auto und Bon (mit winzigem Datumsaufdruck) gemacht, ihr diese gemailt und dann hatte es endlich auch mit der Versicherung geklappt.

So hat unser Autokauf auf Korfu dann einen Abschluss gefunden und wir fahren seitdem sehr zufrieden mit unserem kleinen, blauen KIA durch die Gegend.


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